10.01.19 11:00 daserste.ndr.de
Ermittlungen gegen ehem. SS-Mann Karl M. eingeleitet

Update: Ermittlungen eingeleitet
Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren gegen Karl M. eingeleitet. Das best?tigte eine Sprecherin der Beh?rde Panorama. Die Beh?rde wirft dem ehemaligen SS-Mann Volksverhetzung vor. M. hatte vor laufender Fernsehkamera behauptet, dass der Holocaust mit sechs Millionen Toten so nicht stattgefunden habe: "Soviel Juden hat es damals gar nicht gegeben", sagte M.. Das mit den Juden w?rde Adolf Hitler immer angeh?ngt. Die Zahl stimme aber nicht, sie sei l?ngst widerlegt. Dar?ber hinaus w?nsche er sich manchmal Hitler zur?ck, weil der ja "durchgegriffen" habe. Nach dem Panorama-Beitrag hatte es insgesamt 20 Anzeigen gegen Karl M. gegeben; auch von Amts wegen hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gepr?ft.

Karl M. war 1944 an einem Massaker im nordfranz?sischen Ort Ascq beteiligt, bei dem Soldaten der 12. SS-Panzerdivison insgesamt 89 unschuldige Menschen umbrachten. Nach dem Krieg hatte ihn ein franz?sisches Gericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Strafe ist inzwischen verj?hrt und kann nicht mehr vollstreckt werden.

Im Interview mit Panorama hatte Karl M. keine Reue gezeigt und die Erschie?ung der M?nner verteidigt, allerdings bestritten, selber geschossen zu haben. Im selben Interview bezeichnete er Adolf Hitler als jemanden, der "durchgegriffen" habe und dem "das mit den Juden" nur angeh?ngt worden sei. Der Holocaust mit sechs Millionen Toten habe so nicht stattgefunden: "Soviel Juden hat es damals gar nicht gegeben", sagte M.. Die Zahl stimme nicht, sie sei l?ngst widerlegt. Straftatbestand der Volksverhetzung

F?r Katharina K?nig-Preuss, Abgeordnete der Fraktion "Die Linke" im Th?ringer Landtag, erf?llen diese Aussagen den Straftatbestand der Volksverhetzung. Sie hat deshalb ebenso Strafanzeige gegen Karl M. gestellt, wie etwa Alexandre Delezenne, Jurist und Urenkel eines der Todesopfer des Massakers, und die beiden Schwestern Jacqueline Ruckebusch-B?ghin und Marguerite-Marie B?ghin, deren Vater Louis damals mit 31 Jahren erschossen worden ist.

Der B?rgermeister der Stadt Villeneuve d’Ascq, G?rard Caudron, nannte gegen?ber der "Hildesheimer Allgemeinen" die ?u?erungen von Karl M. "unertr?glich". Er plant nun an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Pr?sidenten Emmanuel Macron und EU-Kommissionspr?sident Jean-Claude Juncker zu schreiben und sie aufzufordern, die Aussagen ?ffentlich scharf zu verurteilen. Am 1. und 2. April 2019 wird in Frankreich der 75. Jahrestag des Massakers von Ascq begangen.

daserste.ndr.de